Vom Gebabbel zur Hochsprache

 

Kurze Darstellung der Entstehung, Verbreitung und Entwicklung der Europäischen Sprachen

 

Um 3500 v. Chr. als die Menschen im «Barbaricum Germanium» noch als Jäger und Sammlerinnen auf kleinen Waldlichtungen in Sippen hausten, erschien aus dem Osten eine weit überlegene Kultur.

Die indoeuropäischen Stämme lebten als Halbnomaden im Gebiet zwischen dem Schwarzen- und dem Kaspischen Meer. Sie gehörten zum Kreis der Schnurkeramik-Kultur (Die Schnurkeramik ist nach der charakteristischen Gefässverzierung benannt, bei der mit einer Schnur umlaufende Rillenmuster in den Ton eingedrückt wurden).

Die Indoeuropäer beherrschten den Ackerbau mit Pflug, die Viehzucht, und sie hatten bereits Karren mit Speichenrädern. Auch das Kaltschmieden von Kupfer gehörte zu ihren Fähigkeiten.

In Europa gab es nur an sehr wenigen Orten kleine Wildpferd Herden, in den kaukasischen Steppen hingegen lebten Pferde in grossen Verbänden, den Indogermanen gelang die Domestizierung und Nutzbarmachung der Wildpferde. Weiter hielten sie grosse Herden von Ziegen, Schafen und Rindern. Auch Milchwirtschaft beherrschten die indoeuropäischen Bauern. Für alle diese Dinge hatten die Germanen nicht einmal ein Wort.

 

Die Vorindoeuropäische Sprache

Die Germanen babbelten Vaskonisch, eine Sprache die sich wohl während der letzten Eiszeit (115.000 bis 10.000 v. Chr.) entwickelt hat. In dieser Zeit sammelte sich die europäische Bevölkerung im Land der Basken und wartete im Süden auf besseres Wetter. Weiter südlich tobten gewaltige Stürme, ausgelöst durch die kalten Luftmassen aus dem Norden die auf den heissen Äquator trafen. In den 10.000 Jahren ihres «Sprachaufenthalts» im Baskenland, hatten die Menschen auch noch Zeit und Muse die bekannten Höhlen von Altamira, Lascaux und von Dordogne zu bemalen.


Höhle von Lascaux

Eindrückliches Video der Höhle von Lascaux


Die Sprache der Indoeuropäer

In insgesamt drei Schüben zogen die Halbnomaden aus dem Kaukasus in die Welt. In Indien entwickelten sie die Sprache Sanskrit auf der alle nachfolgenden indischen Sprachen und Dialekte fussen (Hindi, Urdu, Bengali usw.). Desshalb gibt es auch heute noch Wortübereinstimmungen zwischen dem Indischen und dem Deutschen.

Tabelle Indoeuropäischer Wortgleichungen


Der zweite Zug erreichte Germanien um ca.3500 v. Chr. und überdeckte das Vaskonische in kurzer Zeit praktisch vollkommen. Es entstand das Urindogermanische, das ab etwa 3300 v. Chr. sich erst in Dialekte und später bis zum Englischen entwickelte.

Die dritte Invasion dem Mittelmeer entlang scheint nicht ganz so friedlich verlaufen zu sein. Jedenfalls hat man unter Athen eine Brandschicht gefunden, die auf die Zeit der Ankunft der Indoeuropäer datiert wird. Es könnte ein normaler Städtebrand gewesen sein, aber auch eine kriegerische Auseinandersetzung ist nicht auszuschliessen. Sicher ist, dass sich das Alt-Griechisch und später das Früh-Latein aus dem Indoeuropäischen entwickelt haben. Aus der gesprochenen Umgangssprache, dem sogenannten Vulgär-Latein, haben sich später die romanischen Sprachen entwickelt.

Karte der indoeuropäischen Migration von ca. 4000 bis 1000 v. Chr. 


Für alle europäischen Sprachen, ausser Ungarisch, Finnisch, Estnisch und Baskisch, ist die indogermanische Sprache die Matrix. Ungarisch, Finnisch, Estnisch und sind finno-ugrische Sprachen und stammen aus dem Ural. (Baskisch siehe unten).

Es wird angenommen, dass das Indogermanische anfänglich „melodisch“ später „dynamisch“ geklungen hat. Betont wurde die erste Silbe, erst im Germanischen entwickelte sich die Erstsilbenbetonung zum späteren Prinzip der Stammsilben-betonung weiter.

Indogermanisch war eine stark flektierende (beugende) Sprache. Die Beugung bezog sich auf einen Laut in der Wurzelsilbe, d.h. er konnte ausgetauscht werden, was eine grössere Freiheit im Satzbau und in der Wortbildung ermöglichte. Einzig im Färöischen, Isländischen und im Deutschen sind noch alle sieben Fälle aus dem Indogermanischen in Gebrauch.

Beispiel:

Brich   (dir kein Bein!)

Brech’  (ich’s mir doch)

Brach   (ich’s mir halt)

Gebrochen (hab’ ich’s mir)

Bruch   (mir zugezogen)

Brüche  (gleich mehrere)

Bräche   (ich’s mir also nicht: wär’s besser!)

 

Nicht nur Wortgleichungen, sondern auch grammatikalische Strukturen zeigen in den indogermanischen Sprachen derartig grosse Gemeinsamkeiten, dass man von einem gemeinsamen Ursprung dieser Sprachen ausgehen muss.

Mit über 3 Milliarden Muttersprachlern, werden die indogermanischen Sprachen von weitaus am meisten Menschen weltweit gesprochen (USA, Südamerika, Kanada, Australien, Indien, Südafrika, Europa usw.).

 

Antike Leitsprachen

Griechisch und Latein waren die beiden grossen Kultursprachen der Antike, die bis in die Neuzeit Europa beeinflussen. Die medizinische Nomenklatur besteht fast durchwegs aus lateinischen (ca.400) und griechischen (ca.200) Begriffen.

Unzählige Fremd- und Lehnwörter unterstützen alle europäischen Sprachen in einem präzisen Ausdruck und in der Wortneuschöpfung. Manchmal tauchen sogar beide Sprachen in einem Wort auf, wie in Tele-vision (gr.-lat.), Auto-mobil (gr.-lat.) Homo-sexualität (gr.-lat.) und weitere.

 

Fremdwort, Lehnwort, Erbwort

Alle europäischen Sprachen wurden durch Fremdeinflüsse erweitert. Im Gegensatz dazu, haben sich Erbwörter aus früheren Sprachschichten erhalten (siehe Unvergängliche Namen).

Fremdwörter sind leicht als solche zu erkennen, da sie mehr oder weniger wie in der originalen Gebersprache geschrieben und ausgesprochen werden. Wogegen Lehnwörter nur nach genauer Analyse erkannt werden können. Ihre Abstammung kann erst nach dem Herauslösen des Phenoms (Wurzelsilbe) und dem Einbezug der Lautverschiebungen und anderer Schriftreformen erkannt werden.

 

Lautverschiebung

Die ersten Zeichen einer Lautverschiebung in der gesprochenen Sprache zeigen sich in der Schreibweise von Inschriften nach 500 v. Chr. In dieser Zeit stieg die indoeuropäische Sprache zum Germanischen auf. Von der neuen Sprechweise waren sowohl Vokale wie Konsonanten betroffen. So wandelte sich z.B. das griechische Wort κάνναβις „kánnabis“, im Urgermanischen nach der ersten Lautver-schiebung in „*χanapiz“ um.

Die zweite Welle der Lautverschiebungen wogte ca. 1000 Jahre später über Germanien hinweg. Diesmal waren nur die Konsonanten von der Umlautung betroffen, so wurde z.B. aus P F, aus T S, aus D T usw. Aus «Schipp» wurde «Schiff», aus «slapen» - «schlafen», aus «Peper -Pfeffer», «dat wat eten» zu «das was essen», das «Timmer» ist nun ein «Zimmer» und «Vader» wurde «Vater».

Den Anstoss zu der neuen Lautung soll vom regen Kontakt der Germanen mit den in Norditalien ansässigen Langobarden herrühren. Die zweite Lautverschiebung brachte die erste Stufe des Hochdeutschen (Althochdeutsch) hervor.

 

Unvergängliche Namen.

Zum Beispiel der Name „Rhein“ geht wahrscheinlich auf die indogermanische Wortwurzel „rei“ für „fliessen“ zurück. Aus dieser Wurzel entstanden u. a. das deutsche Verb „rinnen“, das altgriechische Verb „έω“ (fliessen), das altindische „ritih“ (Strom) und „rinah“ (fliessend), das lateinische „rivus“ (Fluss) – daraus dann spanisch „rio“ und englisch „river“.

Im Eizugsgebiet des Rheins haben sich folgende Bezeichnungen für den Fluss erhalten: rätoromanisch „Rein“, alemannisch „Rhy“, französisch „Rhin“, vorderpfälzisch „Rhoi“, südpfälzisch „Rhei“, lëtzebuergesch (luxemburgisch) „Rhäin“, ripuarisch (Plattdeutsch) „Rhing“, niederländisch, niederdeutsch „Rijn“, friesisch „Ryn“. Die Kelten nannten den Fluss „Rhenos“, die Römer „Rhenus“.

 

Geheimnisvolles Baskisch

Baskisch ist eine „isolierte Sprache“, das heisst sie lässt sich in keine Sprachfamilie einordnen. Trotz unzähligen Versuchen, auch mit exotischen Sprachen, wie die der nordafrikanischen Berber, den mittelamerikanischen Indianern, der Sino -Tibetischen Bergbevölkerung und den Kaukasischen Nomaden fanden die Linguisten keine über Zufälligkeiten hinaus gehende Übereinstimmung mit dem Baskischen.

Auch das uralte 20er Zählsystem (Vigesimal) bei dem nicht nur die Finger, sondern auch die Zehen mitgezählt werden, hat sich zumindest in den Zahlwörtern erhalten (auch im Französischen sind Reste des Vigesimal-System  noch vorhanden: quatre-vingts usw.).

Mann nimmt heute an, dass das Baskische ein vor-indoeuropäischer Dialekt also des Vaskonischen ist, die Sprache die sich während der letzten Eiszeit an diesem Ort entwickelt hat.

Hörprobe Baskisch

 

Rotwelsch, Mattenenglisch und andere Soziolekte

 

Wortschöpfer Luther

Nachdem Luther nicht von seinen 95 Thesen abrücken wollte und nicht abschwor, wurde er als «Vogelfrei» erklärt, das heisst: Jeder konnte ihn ermorden ohne dafür zur Rechenschaft gezogen zu werden. Eine fingierte Entführung rettete Luther das Leben. Organisiert hatte die Aktion Kurfürst Friedrich der Weise der ihn auf die Eisenacher Wartburg bringen liess, wo Luther inkognito als „Junker Jörg“ sich versteckte. Dort übersetzte er im Herbst 1521 das Neue Testament in nur elf Wochen ins Deutsche.

Er übersetzte weniger wörtlich, sondern versuchte, biblische Aussagen nach ihrem Wortsinn ins Deutsche zu übertragen. Er wollte „dem Volk aufs Maul schauen“ und verwendete daher eine kräftige, bilderreiche, volkstümliche und allgemein verständliche Ausdrucksweise. Trotzdem fehlten viele treffende Worte im Vulgär-Deutsch die Luther in seinem Versteck erfand. So Ausdrücke wie Feuertaufe, Bluthund, Selbstverleugnung, Machtwort, Schandfleck, Lückenbüsser, Gewissensbisse, Lästermaul oder Lockvogel. Metaphorische Redewendungen wie „Perlen vor die Säue werfen“, „ein Buch mit sieben Siegeln“, „die Zähne zusammenbeissen“, „etwas ausposaunen“, „im Dunkeln tappen“, „ein Herz und eine Seele“, „auf Sand bauen“, „Wolf im Schafspelz“ und „der grosse Unbekannte“ gehen auch auf ihn zurück.

Seine Bibeltexte wirkten stil- und sprachbildend für Jahrhunderte. Seine Sprachform war das Ostmitteldeutsche seiner Heimat, in dem nord- und süddeutsche Dialekte bereits verschmolzen waren. Aber erst durch Luthers Bibelübersetzung entwickelte sich dieser Dialekt zum gemeinsamen Hochdeutsch.

 

Kampf um die Reinheit der Sprache

 

Unechte Wortschöpfungen

Die Gruppe der Pseudo-Anglizismen macht den grössten Teil der bedeutungsverschobenen Fremdwörter aus. Zum Beispiel, wird der Begriff „Handy“, weder in England (mobile) noch in den USA (cell-phone) für Mobiltelefone gebraucht. Auch „Smoking“ kommt im englischen Vokabular mit dieser Bedeutung nicht vor. „Tuxido“ nennen ihn die Amerikaner, „Dinner Jackett“ die Britten.

 

Falscher Freund.

Als falschen Freund bezeichnet man ein Paar aus einem fremdsprachigen Wort und einem Wort der Muttersprache, das sich in Schrift oder Aussprache ähnelt, jedoch in der Bedeutung deutlich unterscheidet. Also lässt sich nicht jede phonetische oder grammatikalische Übereinstimmung, auf ein indogermanisches Wur-zelwort zurückführen. 

 Englisch              Falscher Freund        Richtige Bedeutung      Übersetzung Falscher Freund

hose                      Hose                    (Wasser-)Schlauch          pants, trousers

hateful                  hasserfüllt              abscheulich                   full of hate

underarm              Unterarm               Achselhöhle                     forearm

eagle                     Igel                        Adler                              hedgehog

curious                  kurios                    neugierig                        weird, strange

dutch                    deutsch                  holländisch                     german

fan                        Fan, Anhänger       Ventilator                         fan

public viewing       Public Viewing    öffentliche Aufbahrung        public screening

                                                        eines Leichnams   

schmuck               Schmuck              Trottel, Schwachkopf            jewel(le)ry

gift                       Gift                        Geschenk                          poisen

undertaker           Unternehmer         Totengräber                       entrepreneur

 

Sinnveränderungen

Das Wort „geil“ hat im Laufe der Zeit eine bemerkenswerte Sinnveränderung erfahren, im Mittelalter meinte der Begriff  „fröhlich“, später bezeichneten die Bauern aufgeschossene, aber magere Pflanzen als „geil“, nachdem Goethe einem Faun ein „geiles Schwänzchen“ angedichtet hatte (Künstlers Morgenlied), wurde das Wort meist nur noch hinter vorgehaltener Hand ausgesprochen, bis in den 1980er Jahren die Jugendlichen, um die Elterngeneration zu schockieren, bei jeder Gelegenheit „geil“ ausriefen. Durch den überhäufigen Gebrauch des Wortes, ebbte die provokante Komponente rasch ab und heute gilt „geil“ als Synonym für „schön“ (Duden). 

Auch der Ausdruck: «Das passt wie eine Faust aufs Auge» ist zu meinen Lebzeiten ins Gegenteil verkehrt worden. Für die Millenniens scheint es gut zu passen, was meiner Generation noch als unpassend erschien.

 

Franglais

In Frankreich wird von Staates wegen die Reinheit der französischen Sprache vor der Invasion von Anglizismen verteidigt. Direkt dem Premierminister unterstellt ist die federführende „Commission générale de terminologie et de néologie“. Sie beauftragt unterschiedliche Institutionen, wie die Académie française, Académie des sciences, l'Institut national de la langue française, Association Défense de la langue française usw., mit dem Aufspüren von Neologismen (Neuwörter) und der Schöpfung von französischen Synonymen. Bereits besteht ein Wörterbuch „franglais-français » mit über 8.000 Einträgen.

Beispiele:

computer     ordinateur

software      logiciel

SMS            texto

serial killer   assassin multirécidiviste

making of    les coulisses du tournage

coming out  confession d’homosexualité

Burn-out     syndrome d’épuisement professionnel

bike            vélo tout terrain

fast food      restauration rapide

(Wikipedia France: Franglais)

 

Loi de Toubon.

Schon General De Gaulle stemmte sich vehement gegen das Einsickern von Ang-lizismen in die Sprache der Grande Nation. Verständlich, nach den beiden Weltkriegen waren über 2 Millionen Engländer längere Zeit in Frankreich stationiert und als Befreier in engen Kontakt mit der Bevölkerung.

Der französische Kulturminister Jacques Toubon (scherzhaft: Allgood) erliess 1994 ein Gesetz, das die obligatorische Verwendung des Französischen in allen Gesellschaftsbereichen stipulierte. Eine Verfassungsklage wegen des Verstosses gegen das Recht auf Meinungs- und Redefreiheit erreichte aber, dass die Verpflichtung zum Gebrauch der französischen Ersatzwörter gestrichen werden musste.

So lange als Französisch die beherrschende Weltsprache war (im 12. und 13. Jahrhundert, in der Zeit der Aufklärung und zwischen etwa 1880 und 1940), wurden Anglizismen schneller integriert. Bereits um 1710 wurden Begriffe wie: „baby“, „plaid“, „pickpocket“ oder „entertainment“ offiziell anerkannt. Napoleon 1er, legalisierte „fashonable“ und „bitter“, obwohl auch in diesen Worten absolut „unfranzösische“ Buchstaben und Buchstabenfolgen vorkommen (k,w,y,ck,sh).

Arbeitgeber die ihre Mitarbeiter zwingen z.B. englischsprachige Gebrauchsanweisungen für ihre Arbeitsgeräte zu akzeptieren, werden immer häufiger gerichtlich verurteilt. Wohin die Verletzung solcher Bestimmungen führen kann, zeigt der (Extrem-)Fall von Hunderten von Krebskranken in Epinal, die mangels einer Übersetzung der Gebrauchsanweisung eines Radiotherapie-Apparates verstrahlt worden waren – für mindestens sechs von ihnen mit tödlichem Ausgang.

 

Francisation.

Oft müssen die französischen Sprachwächter schnell reagieren, bevor sich ein englisches Unwort etabliert, oder gar, durch Anhängen lediglich eines französischen Suffix, sich in die französische Sprache einschleicht.

Beispiele:

un rockeur francisation de l'américain rocker.

un rappeur est un chanteur de rap.

un zappeur  personne qui monopolise la télécommande.                                   

forwardé     pour avant.

travelingue pour travelling, abréviation française de travelling shot.

googler       recherche dans Google

le Ouèbe      pour le Web.

ouaouh        pour wow !, c'est-à-dire oh la la ! ou bravo.

le foute       pour foot, abréviation française du jeu de football.

(Wikipedia France: Franglais)


Réimporte.

Kurios sind Begriffe, die als Gallizismen nach Grossbritannien auswanderten, und nun im neuen Sprachgewand nach Frankreich zurückdrängen, jedoch von den französischen Behörden abgewiesen werden.

So gründet der Begriff „mail“ auf dem französischen „malle-poste“ (Postkutsche), die Sprachwächter bestanden aber auf ihrer Wortschöpfung: „courrier électronique“ (courriel). Auch der Begriff „Budget“, der auf das Alt-Französische „bougette“ (Sack, Koffer) zurückgeht, durfte kein Revival feiern, er wurde durch "financement d'une action“ ersetzt.

 

Weitere englische Begriffe französischen Ursprungs:

challenge              chalenge               Herausforderung

marketing             marché                 Markt

management         ménagement         Haushalt

tennis                   tenez                   Halten

denim                   de Nîmes              von Nîmes

mayday                m'aider                Hilf mir (int. Notruf)

pony                    poulenet               Kleines Pferd


Moliere vs. Shakespeare.

Die Abwehrschlacht von Molieres Sprachsoldaten gegen Shakespeares Eindringinge ist kaum zu gewinnen, denn das französische Volk entscheidet letztendlich welche Begriffe in die Alltagssprache übernommen werden. Auch der „Petit Larousse“ (wie Duden) musste schon in seiner Ausgabe 2014 ehemalige Unworte aufnehmen. So gewinnt das englische „Speed dating“ den Kampf gegen „Rendevou rapid“, auch „Post“, „googler“, „forwardé“ sind konkurrenzlos. Der Versuch einen „Hot-dog“ in einen „chien chaud“ zu wandeln, fiel bei den Franzosen als frivoler Witz durch.

 

Die karolingische Schriftreform

Karl der Grosse konnte weder richtig Lesen noch Schreiben. Er war wie ich ein schwerer Legastheniker. Erschwerend kam hinzu, dass Alt-Latein in einer echten Schnüerlischrift geschrieben wurde. Es gab keine Abstände zwischen den Wörtern und auch keine Satzzeichen. Der kluge Kaiser ersann eine radikale Schriftreform die er reichsweit einführte. Neu waren: Kleinbuchstaben und Grossbuchstaben; Zeichenabstände: ein einfacher zwischen Buchstaben, ein zweifacher zwischen Wörtern und ein dreifacher zwischen Sätzen. Punkt, Komma und Fragezeichen strukturierten die Schrift weiter und machte sie deutlich besser erlernbar.

Aber die krakelige, kaum lesbare Handschrift blieb. Doch auch da fand Karl eine elegante Lösung um Dokumente standesgemäss zu unterzeichnen. Er lies sich von seinem Kalligraphen ein Logo gestalten und setzte nur noch den, von ihm so benannten, «Vollzugsstrich», damit war dann das Dokument offiziell. Allerdings ist der «Vollzugsstrich» nur das munzigkleine V oben an der Spitze des Rhombus.

 

 

 

Mehr (Viel) zu: Kurze Darstellung der Entstehung, Verbreitung und Entwicklung der Europäischen Sprachen.

     Rekonstruktion toter Sprachen 

     Sprachfamilien 

     Latinismen, Gräzismen, Arabismen

        Entstehung des ABC

      Makkaronische Dichtung 

        Hörbeispiele 

     Quellenangaben


Anhang

   Tabelle Indoeuropäischer Wortgleichungen

    Karte der indoeuropäischen Migration von ca. 4000 bis 1000 v. Chr.

    Romani und Sintitikes, Gaunersprachen, Mattenenglisch und andere Soziolekte. Makkaronische Dichtung.




 

Entschuldigt allfällige Orthographie Fehler, ich bin seit Karl dem Grossen der schwerste Legastheniker der Geschichte. Auch die Komasetzung ist für mich ein Buch mit sieben Siegeln.


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