In den 80ern habe ich in Italien eine Euro-Japanische Kollektion entworfen. Erfolg: Rudolph Moshammer in München hat drei Teile gekauft. Misserfolg: Mein Partner ist mit der ganzen Kollektion abgehauen und hat damit heimlich in München eine Boutique eröffnet.
Ich habe dann selber etwas schneidern gelernt und die
Kostüme für ein Theaterstück das ich geschrieben habe genäht. «Als wärs ein
Stück von hier» zeigt Scenen aus der Schweizergeschichte als wären sie im alten
Japan passiert. Während des Nähens merkte ich, dass mich die Geschichte der
ersten Schweizer in Japan zu beforschen eigentlich mehr interessiert. Ich hatte
im Nebenfach Japanologie und schon dazumal fragte ich mich, wie es wohl den ersten
Eidgenossen im exotischen Nippon ergangen ist.
Nachdem ich Zugang zum Tagebuch eines Teilnehmers der ersten
Exkursion 1862 nach Japan bekommen habe und in der Zentralbibliothek viele
Artikel in der «NZZ» und im «Der Bund» zu dieser umstrittenen Reise gefunden
habe, interessierte mich mein Theater nicht mehr. Zudem konnte ich im
Bundesarchiv die amtlichen Unterlagen zur: «Eidgenössischen Abordnung nach
Japan zum Zwecke eines Freundschafts- und Handelsvertrages» einsehen. Aus dem Material
schrieb ich ein Drehbuch und einen historischen Roman. Samir interessierte sich
sehr für das Filmprojekt. Doch, ob ein Produzent Geldgeber für einen Film der
zu mehr als ¾ im historischen Japan spielt findet, schien mir plötzlich sehr fraglich.
Also lenkte ich meine Energie auf ein kleineres Projekt. Ich wollte einen Doku
über die Künstlerin Manon, mit der ich schon lange befreundet war, machen. Nach
einer fadenscheinigen Absage der Eidgenössischen Film-Kommission und kurzen,
aber fruchtlosen Gesprächen mit den Kunst-Redaktorinnen vom Leutschenbach habe
ich es vorgezogen mich ins «Second-Life» zurückzuziehen. Auf dieser
Internet-Plattform betrieb ich ein Zen-Dojo, ein Warenhaus mit selbst konstruierten,
skurrilen Artikeln und eine Kunstgallerie.
Noch einige Beispiele meiner «Nähkünste»:
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